endlich wieder ein SCStM-Verklicker - hoffentlich denkt das jetzt zumindest
der eine oder andere von Ihnen. Nach sechseinhalb Jahren regelmäßigen
Erscheinens musste die Frühjahrsausgabe leider ausfallen, weil der
Herausgeber sich nicht in der Lage sah, das Heft alleine zu füllen.
Vielleicht war das ein Signal für gemeinsame Bemühungen, dass
wir zukünftig den gewohnten Rhythmus wieder einhalten können.
Schon jetzt gilt deshalb der Aufruf, Material für die nächste
Ausgabe zu sammeln. Berichte der Touren-Segler aus diesem Jahr stehen noch
aus, und auch von den Aktivitäten der Regattasegler wäre es schön
mal wieder etwas zu hören.
Nach diesem Einstieg mit einem im Geiste mahnend erhobenen Zeigefinger
bleibt noch, unbeschwerte Lektüre zu wünschen. Zu den gewohnten
Schauplätzen Verein, Steinhuder Meer und Hochsee kommt in dieser Ausgabe
erstmals auch das Internet ins Spiel.
STEINHUDER MEER / Wasserstand bald verbessert
Entschlammung geht in neue Runde
(sok) Jetzt soll es aber klappen: Mit einem neuen Ablauf wagt sich die Bezirksregierung wieder an die Entschlammung des Steinhuder Meeres. Nachdem zuletzt Ende 1998 der Zyklon-Versuch gescheitert war, hat die Behörde jetzt eine Fläche bei Großenheidorn-Strand gefunden, auf der sie den Schlamm aus dem Meer zwischenlagern kann.
Die Fläche hat eine Gesamtgröße von acht Hektar, wovon für die Schlammpolderung in zwei Teilflächen etwa sechs Hektar zur Verfügung stehen. Die Polderflächen sollen seitlich von Dämmen mit einer Höhe von etwa 1,60 Meter umschlossen werden. Die technische Planung ist abgeschlossen. Der erste Spatenstich soll, so die Genehmigung vorliegt, im Herbst 2000 erfolgen.
Bis zum Pumpen soll dann noch der Winter vergehen, damit der Polder sich ausreichend gefestigt hat. Anders als bei dem Versuch vor einigen Jahren, als die Dämme an der Fläche hinter der Alten Moorhütte geborsten waren, soll die neue Fläche langsam und kontinuierlich, fast rund ums Jahr, befüllt werden. Die kleinere Apparatur wird somit auch während der Segelsaison in Betrieb sein, soll aber kein großes Hindernis darstellen. Da die Schlammleitung fast unbegrenzt verlängerbar ist, wird das ganze Meer erreichbar sein. Langfristig sucht das Amt aber auch am Nordufer noch Flächen, da mit der jetzt erreichbaren Menge von etwa 50 bis 70.000 Kubikmeter pro Jahr noch nicht das Optimum erreicht ist.
Die Polder haben die Funktion, das Wasser aus dem Schlamm versickern zu lassen. Nur etwa vier Prozent Feststoffe befinden sich in der Masse, sodass der Polder zunächst einige Jahre nutzbar sein wird, ohne dass die Ablagerungen abtransportiert werden müssen. Die Entsorgungsfrage ist noch nicht geklärt, wird dann aber auch von der Analyse der Zusammensetzung abhängen.
Bei einem Gespräch mit der Wettfahrtvereinigung erläuterten Vertreter der Bezirksregierung auch die Problematik des Wasserstandes. Der oftmals zitierte Abfluss am Meerbach, so versicherten sie, sei immer in gleichem Maße geöffnet. Seine Durchflussmenge habe aber kaum Einfluss auf den Wasserstand des Meeres. Ein viel größeres Problem seien Undichtigkeiten im Bereich der schwimmenden Wiesen bei Hagenburg, die das Meer bei einem Stand von 38.00 regelrecht überlaufen lassen. Mit Hilfe von Verwallungen sollen diese Lecks behoben werden, damit der vertragsmäßige Stand eingehalten werden kann. Keinen Einfluss habe man aber auf Regen, Verdunstung und den Grundwasserstand, die das Niveau des Sees maßgeblich beeinflussen.
REGATTA / Am zweiten Tag reicht Wind nicht mehr
Brüder Bühmann siegen bei den O-Jollen
(sok). Wenigstens einen Tag lang reichte bei der Silbernen Seerose am 29. und 30. April der Wind. So konnten O-Jollen und Laser am Sonnabend bei trübem Wetter und ordentlichem Wind ihre Sieger in doppelt so vielen Wettfahrten wie im Vorjahr ermitteln - nämlich zwei. Am Sonntag brach die Wettfahrtleitung den dritten Lauf am Mittag wegen Flaute ab.
Familienangelegenheit war die Entscheidung bei den O-Jollen. Frank Bühmann
vom SLSV sicherte sich mit einem zweiten und einem vierten Platz den Sieg
vor seinem Bruder Bernd, der als Sechster und Zweiter ins Ziel gekommen
war. Es folgte Knut Wahrendorf (TSG) vor einem weiteren Teilnehmer des
SLSV, Axel Forstmann. Vom Gastgeber landeten im Feld von 35 gemeldeten
O-Jollen Detlef Munke auf Platz 10, Niels Schlieker auf 14 und Jürgen
Zerfass auf 16 - damit alle in der vorderen Hälfte.
In der olympischen Laser-Klasse siegte Stefan Warkalla (YCM) mit drei
Punkten vor dem Vorjahresgewinner Nikolas Müller (HYC, 5 Punkte) und
Björn Schütte (SCD, 10). 49 Segler hatten für diese Klasse
gemeldet.
Erster der Radial-Laser wurde Thomas Grosse (SCD) mit einem Sieg und
einem zweiten Platz in den beiden Wettfahrten. Patrick Sperling vom SCS
kam wegen seines Sieges in der zweiten Wettfahrt vor dem punktgleichen
Oskar Engel (SCDS) auf den zweiten Platz in der Gesamtwertung.
Für den SCStM als Ausrichter verlief die Regatta wie gewohnt an
Land und auf dem Wasser reibungslos. Zum Begrüßungsabend fanden
allerdings nur wenige Akteure den Weg in die Messe. Sonnabend hingegen
war die Bude voll, sodass das Freibier wieder reißenden Absatz fand.
Sommerfest diesmal drinnen
Geschwister Stille räumten ab
Carsten und Heike Stille waren die großen Gewinner der Clubmeisterschaft im Juli. Nicht nur dass sie den Preis für den ersten Steuermann, den Wanderpokal und den Piratenpokal mitnahmen, sie wurden beim Sommerfest, das wetterbedingt in der Messe stattfinden musste, auch noch gemeinsam mit Karen Schröter, Tina Schöber, Julia Nordmeyer und Wilhelm Nordmeier für 25-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Letzterer hatte am Nachmittag während der Wettfahrt kurzfristig sein Boot verlassen, Konkurrenten kamen ihm zur Hilfe. Trotz der beengteren Verhältnisse war das Sommerfest mit mehr als 60 Teilnehmern ein Erfolg. sok
Das Ergebnis der Clubmeisterschaft:
1. C. Stille / H. Stille, Pirat
2. H. Stille / C. Opitz, Pirat
3. A. Kirchmann / T. Holthausen, 505er
4. W. Nordmeier, O-Jolle
5. S. Sokoll / L. Krull, Pirat
6. M. Schröder / E. Jahn, M 22
7. D. Sokoll / I. Sokoll, M. 22
8. M. Schöber / M. Schöber, Neptun 22
9. E. Lange / D. Meister, P-Boot
10. D. Nordmeyer / J. Rinne, Sprinta
11. B. Lücke / A. Lücke, Neptun 20
12. J. Spitta / ..., M 22
Regatta der Eissegler-Gemeinschaft / von Hans
Wetzig
Auch auf ungefrorenem Wasser aktiv
Nein, nein, ich berichte nicht aus dem Winter 1999/2000, und mit unseren
Eisseglern gehen wir nur dann auf das Wasser, wenn dieses genügend
durchgefroren ist. Aber eine Sommerregatta veranstaltet die EStM in jedem
Jahr, und statt des DN nehmen wir unsere Segelboote.
So starteten wir an einem warmen, windarmen Augustsamstag nach Mardorf,
da vom SCMa aus gesegelt werden sollte. Rudi Plenk hatte alles organisiert
und trotz fast totaler Flaute kamen wir einigermaßen pünktlich
an. Wir glaubten nicht ernsthaft an die Regatta, aber da hatten wir Rudi
nicht auf der Rechnung! Er stellte kiar1 dass das Büffet erst nach
einer Wettfahrt geplündert werden dürrfte und um 16.30 der Start
zu geschehen habe. Schließlich hatten fast 30 Boote gemeldet! Ob
wir wohl vor Dunkelheit zurück sein wurden? Uns kommen Zweifel.
Aber was soll’s. Die respektable Flotte versammelt sich an der Linie.
Fast alles war vertreten, u.a. mehrere 20er, l5er, auch ein
30er, je eine Hansajolle, Sirius, H, SZV und wir im FO. Unser Start gelang
recht gut und wir erreichten erstaunlich schnell den Wilhelmstein. Doch
dann war für uns erst einmal Parken angesagt, nichts, gar nichts ging
mehr. Das anfangs liegengebliebene Hauptfeld kommt auf. Bei totaler Flaute
empfinden wir unsere Yardstickzahl von 94 als Hohn. Trotzdem klappt das
Runden des Wilhelmstein in überschaubarer Zeit und wir erwischen gleich
anschließend einen kleinen Windhauch. Zwei R-Boote und ein P-Boot
sind allerdings weg, mit dem SZV beharken wir uns etwas, ein S-Kreuzer
kann zunächst noch folgen, der Rest scheint liegen zu bleiben. Wir
fahren ein langes Bein, den kurzen Holer erwischen wir optimal und - geschafft
- wir sind im Ziel!
Jetzt haben wir nur noch Durst!! Ein Königreich für
ein Bier! Aber im SCMa kümmert man sich aufmerksam um uns, und
wir werden zügig und reichlich mit Getränken versorgt. Das tat
gut. Allmählich trudeln die nachfolgenden ein, aber etliche liegen
noch weit draußen. Nach dem Zieldurchgang des 15. hat Rudi Erbarmen;
der Rest wird unplatziert eingeschleppt.
Dann die Preisverteilung - Rudi macht das professionell und launig
wie immer; anschließend wird das Büffet freigegeben. Wir speisen
hervorragend, die Ökonomie im SCMa lässt in keiner Weise nach,
der warme, schöne Sommerabend lässt die Stimmung steigen, und
alle sind fröhlich und zufrieden. Kurz vor Anbruch der Dunkelheit
brechen wir auf, der Wind total null, aber die „Ako“ schleppt uns im Verbund
mit anderen zurück nach Steinhude.
Ein schöner Tag ging zu Ende.
Ah ja, das Ergebnis - nun sicher nicht das Wichtigste an dieser Regatta
- aber trotzdem: Es siegte nach berechneter Zeit ein R-Boot, vor uns dann
noch ein weiteres R-Boot, der SZV und ein P-Boot. Wir kamen als 5.
ein. Vielen Dank an Rudi für die hervorragende Organisation und an
den SCMa für die erwiesene Gastfreundschaft.
Ein ansehnliches Päckchen versammelte sich beim Absegeln des SCStM hinter dem Wilhelmstein. Zwölf Dickschiffe und Jollen taten sich bei strahlendem Sonnenschein zur schwimmenden Kaffeetafel zusammen und nahmen dann die lange Kreuz zurück in Angriff. In der Messe gab es abends Spanferkel, etwa 25 Mitglieder aßen mit. sok
Mit Antares nach Nordafrika
von Jürgen Rinne
Das Winterhalbjahr 1998/99 verbrachte Antares aufgepallt an Land in
der Marina von Alemerimar in Südspanien nahe der Stadt Almeria. Anfang
April 1999 fliegen wir nach Spanien, und Antares wird für die Segelsaison
klargemacht. Säubern, anschleifen Unterwasserschiff nebst Auftrag
eines neuen Antifouling-Anstrichs sind die Tätigkeiten, die uns ja
auch von unserem heimischen Segelrevier wohl bekannt sind. Am 12. April
99 kommt Antares dann gegen 10 Uhr endlich zu Wasser. Der Motor springt
zu unserer Freude sofort an, und wir motoren an unseren Liegeplatz. Nun
heißt es Segel anschlagen, Trinkwassertank reinigen und auffüllen,
Fäkalientank reinigen und desinfizieren usw.
Am 18. April geht es dann endlich los. Die Reise geht entlang der spanischen
Küste Richtung Nordost entlang der „Costa Blanca“. Von Calpe aus starten
wir Richtung Balearen. Über Formentera und Ibiza geht es dann nach
Mallorca. Hier besuchen wir natürlich das Ehepaar Seehausen, den langjährigen
Clubmitgliedern sicherlich noch wohl bekannt. Ehepaar Seehausen und Schade
(ebenfalls „alte“ Clubmitglieder) haben hier in der Nähe von „Andraitx“
ihre Rentnerdomizile. Übrigens eine sehr gefragte Gegend auf Mallorca,
Top-Model Claudia Schiffer besitzt hier ebenfalls ein Anwesen. Natürlich
bleiben wir einige Tage hier. Heinz Seehausen fährt uns mit seinem
Auto zur Nobelmarina „Porta Portals“. Wir haben noch nie im Leben so viele
Millionen an einem Steg liegen sehen. Motor- und Segel-Yachten bis zu 50
Meter Länge liegen hier versammelt. Die Besatzungen sind fleißig
dabei, alles auf Hochglanz zu halten, während sich die Herrschaft
an Deck räkelt, den geparkten Rolls Royce direkt vor dem Liegeplatz.
Erstaunlich viele Yachten sind auf den Kanalinseln Guernsey und Jersey,
bekannte Steueroasen, registriert.
Danach umrunden wir die Insel mit unserem Boot und machen dann wieder
in „Andraitx“ fest. Mittlerweile ist auch Ehepaar Schade auf der Insel,
ein weiterer Besuch ist angesagt. Mit Siegfried Schade - ein begeisterter
Bergwanderer- unternehme ich drei wunderschöne Bergtouren im Landesinneren.
Hier kennt man Mallorca nicht mehr wieder, absolute Einsamkeit in karger,
rauher Landschaft ist angesagt. Nach ca. einer Woche ist die Zeit des Abschieds
gekommen, und es geht nach Menorca in die weite Bucht von Mahon mit mehreren
Liegemöglichkeiten. Von hier aus sind es etwa 200 Seemeilen bis Sardinien,
denn da wollen wir hin.
Am Mittwoch, den 9. Juni, verlassen wir gegen elf Uhr Mahon, der Wetterbericht sagt fünf bis sechs Beaufort aus Nordwest voraus, ideal für die Überfahrt. Anfangs herrschen auch eitel Freude und Sonnenschein. Mit einem Reff im Groß rauscht Antares mit sieben Knoten Speed gen Osten. Um 21 Uhr haben wir bereits 70 Seemeilen zurückgelegt, segeln also ein Durchschnitt von sieben Knoten. Der Wind wird nun jedoch sehr wechselhaft in Richtung und Stärke. Es wird dunkel, und voller Sorge betrachten wir die vielen Blitze am Himmel. Wir sind offensichtlich in ein umfangreiches Gewittertief hineingeraten. In dieser Nacht werden wir von mehreren Gewittern heimgesucht mit teilweise heftigen Regenfällen. Der Wind ist äußerst unstet in Richtung und Stärke. Von null bis sieben Beaufort ist alles drin. Ich habe die Nase voll vom ständigen Ändern der Segelstellung und Ein- bzw. Ausreffen. Zudem ist es stockdunkel (Neumond), nur die vielen Blitze erhellen die Nacht. Wir haben jetzt zwei Reffs im Groß, die Genua eingerollt und motoren stur Richtung Ost. Der Autopilot übernimmt das Steuern, wir hocken uns unter das Sprayhood und warten sehnsüchtig auf den Morgen. Gegen sechs Uhr wird es hell, es gewittert immer noch, aber wir können jetzt teilweise wieder segeln. Erst gegen Mittag klart es endgültig auf, die Sonne scheint und der Wind schläft ein. Also wieder motoren. Der Wetterbericht schwätzt jetzt von einem umfangreichen Gewittertief, welches von Algerien aus Richtung Golf von Genua zieht. Dieses ist jedoch wohl kaum als Wettervorhersage zu gebrauchen, es handelt sich wohl eher um einen Wetterrückblick.
Am Donnerstag, den 10. Juni fällt der Anker um 21 Uhr in der Bucht
„Tramariglio“ innerhalb der großen, sehr sicheren Bucht von „Porto
Conte“. Dieser Ankerplatz liegt an der Westküste von Sardinien ziemlich
im Norden der Insel nahe der Stadt Alghero. Nur ein weiters deutsches Boot
liegt hier vor Anker. Ein großer Kontrast zu Mallorca, wo überall
mit vollen Häfen zu rechnen ist, hier an der Westküste von Sardinien
ist es recht einsam und das wird in den nächsten Tagen auch so bleiben.
Für die Überfahrt haben wir 204 sm benötigt. Ich hatte gehofft,
der starke nächtliche Regen hätte Rigg und Segel etwas vom Staub
befreit, jedoch weit gefehlt. Die Gewitter kommen aus Afrika (aus der Sahara)
und der Regen war angereichert mit rötlichem Staub, welcher sich schmierig
an Rigg und Segel festsetzt. Nun sieht auch das Großsegel wie ein
alter Putzlappen aus!
In den nächsten Tagen ist wieder Kurs Süd entlang der sardischen
Westküste angesagt. Dieser Küstenstrich ist im Nordteil stark
zerklüftet mit hohen Bergen im Hintergrund. Im Südteil gibt sich
die Küste sanfter, kilometerlange, einsame Sandstrände ziehen
an Bb vorbei. Die Südspitze von Sardinien umsegelnd erreichen wir
die Hauptstadt Cagliari.
Von hier aus gibt es eine Schmalspurbahn quer durch die Bergwildnis
nach Arbatax auf der Ostseite Sardiniens. Wir besorgen uns am Vortag die
Fahrkarten, da der Zug bereits um 6:45 Uhr in der Frühe abfährt.
Also klingelt der Wecker um fünf, kurzes Frühstück und dann
schnell zu Fuß zum Bahnhof. Aber wir haben die Rechnung ohne das
Wachpersonal der Marina gemacht. Alle Tore sind verschlossen! Vom Wachpersonal
weit und breit niemand zu sehen. Also bleibt nur noch die Möglichkeit,
die Umzäunung kletternd zu überwinden. Das klappt dann auch ohne
Risse und Dreiangel in den Textilien. Die Fahrt ist wirklich beeindruckend,
es geht hoch in die Berge durch Wälder und dichtes Gestrüpp,
bevor es auf der Ostseite wieder steil bergab nach Arbatax geht. Allerdings
ist alles recht anstrengend, der Zug schnauft ratternd und quietschend
durch die Landschaft, wir sitzen auf kargen Holzbänken, erst um 20:45
Uhr laufen wir wieder in den Bahnhof von Cagliari ein.
Cagliari ist ein hervorragender Ausgangspunkt für die Überfahrt nach Tunesien, also starten wir am Freitag, den 25. Juni, bei einer günstigen Wettervorhersage. Östliche Winde mit drei bis vier Beaufort sind angesagt, bei zu segelndem Südkurs also ideal. Um zehn Uhr heißt es Leinen los. Noch herrscht Flaute. Aber gegen elf Uhr kommt der angesagte Wind aus Ost, Windeinfallswinkel etwa 60 Grad , vier Windstärken, ideal für Antares, wir laufen glatt sieben Knoten Speed. So macht Segeln wirklich Spaß! Der Wind steht sogar, wenn auch etwas abgeschwächt, die ganze Nacht durch. Die Nacht ist sehr hell, die Sterne funkeln in seltener Klarheit vom Himmel, eine wundervolle Nacht zum Segeln. Ein Wermutstropfen ist lediglich der starke Tau, es tropft aus Rigg und Segel, so daß wir sogar Ölzeug anziehen. Am nächsten Morgen bei aufgehender Sonne sichten wir bereits die afrikanische Küste. Karges, trocknes, bergiges Land, darin eingebettet einige Dörfer in leuchtendem Weiß. Ein toller Anblick.
Wir wollen nach Sidi Bou Said. Ingrid mault ein wenig, denn die Städte
Bizerte und Tabarka sind näher dran und somit schneller zu erreichen,
aber ich murmele etwas von Industriestädten und schlechten Liegeplätzen.
Denn eigentlich will ich direkt nach „Sidi Bou Said“. Ich einem „Yacht“-Artikel
hatte ich vor einiger Zeit einen Reisebericht über diesen Ort gelesen,
der Bericht hatte es mir angetan. Sinngemäß stand dort,
man fühle sich wie in „Tausend und einer Nacht“: Marinaangestellte
in weißem Burnus übernehmen die Leinen und geleiten das Boot
an seinen Liegeplatz usw.
Mal sehen, ob das wohl so stimmt. Am 26. Juni gegen zwölf Uhr
stehen wir vor der Hafeneinfahrt von Sidi Bou Said. Es ist Sonntag, und
der Hafen mit seinen Stränden liegt nur 20 km von Tunis entfernt.
Also herrscht entsprechender Badebetrieb. Wir laufen ein und warten nun
auf das Marinapersonal in weißem Burnus. Aber kein Personal in Sicht,
weder mit noch ohne Burnus. Außerdem ist der Hafen gerammelt voll.
Zudem sind wir von der durchwachten Nacht müde und gereizt und wären
schon recht froh über eine hilfreiche Hand. Also, erst einmal große
Enttäuschung. An einer Betonpier entdecken wir noch einen freien Platz,
also nichts wie hin. Misstrauisch schleiche ich vorsichtig an den Platz.
Die Schleichfahrt hat ihr Gutes, es poltert unter dem Kiel, wir sind auf
ein Unterwasserhindernis aufgelaufen, wahrscheinlich Betonklotz oder ähnliches.
Daher also der frei Platz! Gegenüber ein freier Platz mit Reifen und
Leinen. Klar, hier liegt normalerweise sicherlich ein Ausflugsboot oder
ein Behördenfahrzeug, aber erst einmal anlegen. Kaum sind wir fest,
kommt nun Leben in die Bude. Jetzt ist ein Marinero da, nicht im weißen
Burnus, sondern in alten, zerrissenen Jeans, den Mund voller Zahnlücken
(der Gemeinschaftspraxis Nordmeyer/Langel würde sich hier noch ein
unentdecktes Betätigungsfeld anbieten) und will uns exakt auf den
Platz mit der zu geringen Wassertiefe einweisen! Nicht mit uns, per Zeichensprache
deuten wir auf unseren Tiefgang hin, also werden wir letzt längsseits
an ein französisches Boot eingewiesen.
Der Marinero spricht etwas Deutsch und entpuppt sich schnell als ein
ausgesprochen hilfsbereiter Mensch, sodass unser anfänglicher Ärger
schnell vergeht. Er begleitet uns zu den Behörden, immerhin müssen
wir zur Hafenpolizei, Immigration, Hafenamt und zum Zoll. Pässe, Schiffspapiere
sind vorzulegen, Formulare müssen ausgefüllt werden, der Zoll
kommt sogar an Bord. Alles ist zwar sehr umständlich, aber die Beamten
sind überaus freundlich und hilfsbereit, sodass die Einklarierungsformalitäten
gänzlich stressfrei vonstatten gehen. Jetzt begleitet uns der Marinaangestellte
zu unserem endgültigen Liegeplatz (guter, sicherer Platz), und nun
können wir uns frei in dem uns fremden Land bewegen.
Aber erst einmal gilt es, Tunesische Dinare zu beschaffen, wir haben
keinen Pfennig der Landeswährung! Ich schlage vor, ein Taxi zu nehmen,
das uns zu einem Geldautomaten bringen soll. Aber Ingrid meint, die Taxifahrer
würden uns über das Ohr hauen. Also marschieren wir los. Aber
so geht’s auch nicht. Erstens wissen wir nicht wohin, und zweitens werden
wir von Jugendlichen belästigt, die uns die Uhren und wer weiß
sonst noch was abkungeln wollen. Also, doch Taxi. Am ersten Bankautomaten
Fehlanzeige. Weder auf Scheckkarte noch auf Kreditkarte kommt Geld aus
dem Automaten. Mir steht der Schweiß auf der Stirn, es ist ja Sonntag
und wie soll ich den Taxifahrer bezahlen. Die Verständigung ist ebenfalls
problematisch, es wird natürlich Arabisch und außerdem Französisch
gesprochen. Beides beherrschen wir nicht. Ein älterer Tunesier erkennt
unsere Nöte und weist den Taxifahrer zu einer anderen Bank. Hier kommt
tatsächlich Geld aus dem Automaten! Allah sei Dank! Im übrigen
ist Taxifahren in Tunesien sehr preisgünstig, auch wurden wir nicht
übervorteilt, Taxameter wurde angeschaltet und danach abgerechnet.
Auch später haben wir mit Taxifahrten in Tunesien nur gute Erfahrungen
gemacht.
Sidi Bou Said ist ein malerisches, maurisches Bilderbuchdorf. Der Ort liegt auf einem Hügel, hoch über dem Hafen. Sehr beeindruckend ist die charakteristische Architektur. Von den Spaniern aus Andalusien vertriebene Mauren ließen sich etwa ab dem 16. Jh. hier nieder; ihr Baustil bestimmt noch heute das Dorfbild: blendend weiße Häuser, blaue Fenstergitter, mit Metallnägeln beschlagene blaue Türen, winklige Gäßchen, Treppchen, Höfe, Terrassen, kachelverzierte Wände. Und überall tiefrote Hibiskusblüten und Bougainvillea, die sich übers Mauerwerk ranken. Im letzten Jahrhundert entwickelte sich Sidi Bou Said zu einer Künstlerkolonie, die namhafte internationale Maler und Schriftsteller anlockte. Die Maler August Macke, Paul Klee und Louis Moilliet waren auf ihrer Tunesienreise (1914) fasziniert von Sidi Bou Said. Macke machte es besonders durch sein Aquarell „Blick auf eine Moschee“ international bekannt, dasselbe Motiv, welches heute kein Fotograf ausspart, nämlich das Café des Nattes am Dorfplatz mit dem dahinter aufragenden Minarett. Auch wir haben hier, auf Teppichen hockend, unseren Kaffee geschlürft.
Am 28.6.99 geht es um das berüchtigte Cap Bon herum zum Fischereihafen
von Kelibia. Wir starten reichlich spät, erst gegen zehn Uhr und haben
60 Seemeilen vor uns. Aber wir müssen erst ausklarieren. Das ist noch
neu für uns. In Tunesien kann man nicht einfach so ohne weiteres starten,
wie wir es von den EU-Ländern gewohnt sind. Abmelden mit Zielangabe
bei Hafenamt und Polizei ist unbedingt erforderlich! Zwar geht alles problemlos,
aber Ordnung muss sein. Aber dann geht’s los. Prima Wind, Sonnenschein,
was will der Mensch mehr. Kurz vor Cap Bon geraten wir allerdings noch
beinahe in eine gewaltige Thunfischnetzanlage. Die vier Ecken der Anlage
sind mit Untiefentonnen gekennzeichnet, aber nicht in unserer Karte verzeichnet,
daher können wir uns erst auch keinen Reim daraus machen. Aber die
vielen Fischerboote mittendrin machen uns misstrauisch, sodass wir die
Anlage noch rechtzeitig als solche erkennen. Allerdings ist ein weiter
Schlag auf See hinaus, etwa drei Seemeilen, erforderlich, um die Anlage
zu umfahren. Gut, dass es nicht Nacht ist! Ab Cap Bon, das uns gnädig
empfängt, springt die Küste nach Süd und wir segeln ab jetzt
entlang der Tunesischen Ostküste.
In der Abenddämmerung laufen wir in den Hafen von Kelibia ein.
Laut Handbuch stehen 60 Gastplätze zur Verfügung. Wir können
innerhalb der großen Hafenanlage zuerst überhaupt keinen Gaststeg
entdecken. Erst bei näherem Hinsehen bemerken wir einige Segel- und
Motoryachten, dies muss der Gaststeg sein. Also, ich will es kurz machen,
es gibt fünf bis sechs Plätze, alle belegt. Den Hauptteil der
Pier nehmen Behördenfahrzeuge (Polizei, Zoll, Militär) ein. Wir
machen als drittes Boot an einer schwedischen Yacht fest. Wir haben noch
nicht einmal ordentlich festgemacht, schon stehen Polizei und Hafenbehörden
parat und fordern Pässe und Schiffspapiere. Die ganze Prozedur von
vorn. Aber auch hier sind alle Beamten freundlich und versuchen sogar radebrechend
ein Gespräch mit uns zu führen.
Ein Tunesischer Fischerhafen ist schon ein Erlebnis für sich. Ein Betrachter sieht so einen Hafen als völlig verrottet und verdreckt an, ein anderer findet es malerisch. Wir einigen uns auf die Variante „malerisch“. Es liegen hier Fischerboote der unterschiedlichsten Größe. Vom Hochseetrawler (nur Rost und Farbe hält die Kähne noch zusammen) bis zum Kleinstfischer ist hier alles vertreten. Der Hafen stinkt nach Öl und Fisch, allerlei Unrat treibt herum, aber man muss so etwas natürlich auch gesehen haben. Fischer sitzen Netze flickend unter Sonnenschutz-Planen, während die wohl einzige Hose und Hemd auf einer Leine zum Trocknen hängt. Alles sieht sehr ärmlich aus, aber die Menschen sind durchweg freundlich. Ein großer Travellift ist vorhanden, Fischerboote liegen an Land und werden renoviert, Öl und Farbe versickert einfach im Boden, und junge Leute überbrücken die Mittagshitze, indem sie hoch vom Travellift in die Hafenbrühe hechten. Trotz allem, oder gerade deswegen, gefällt es uns hier recht gut und wir bleiben noch einen Tag um auch den Ort zu besichtigen. Echt orientalisch, kein Tourismus, Eselkarren, Lastwagen, abenteuerliche PKW und Fußgänger wuseln alle durcheinander auf der Straße.
Nun aber zieht es uns zu unserem Zielhafen, nämlich Port El Kantaoui
zwischen Hammamet und Monastir. Da wir die Monate Juli und August zu Hause
in Deutschland verbringen wollen, planen wir, unser Schiff hier in der
Obhut der Marina zu belassen. Doch erst einmal müssen wir da sein.
Wiederum sind gut 60 Seemeilen zurückzulegen. Die ersten 30 müssen
wegen Windmangels motort werden, dann können wir segeln. Gegen 17
Uhr bergen wir eine Seemeile vor dem Hafen die Segel und starten die Maschine.
Doch was ist das!? Der Antrieb ruckelt gewaltig, und das Schiff macht
kaum Fahrt. Bei ausgekuppelter Schraube dreht der Motor jedoch willig hoch.
Also, irgend etwas ist in der Schraube. Inzwischen hat der Wind auf fünf
Beaufort aufgefrischt und steht noch auflandig. Ich sichere mich mit einer
Leine am Boot und gehe auf Tauchstation. Um den Propeller hat sich eine
Plastikplane gewickelt. Ich reiße und ziehe aus Leibeskräften
daran, jedoch ohne merklichen Erfolg. Sch.... Tunesien, fluche ich vor
mich hin. Nun, die Wassertiefen vor Tunesien sind flach, der Grund ist
Sand, also gehen wir auf 15 Meter Tiefe vor Anker. Neuer Tauchgang wird
vorbereitet, natürlich wieder angeleint, ein Messer mit Sorgleine
habe ich jetzt dabei. Gut, dass das Wasser so schön warm ist. Zu meiner
großen Freude ist die Plastikplane weg! Wahrscheinlich hat mein Reißen
doch Erfolg gehabt, und durch das starke Schwojen des Schiffes vor Anker
ist die Plane freigekommen. Das Freischneiden wäre wohl auch
kaum gegangen. Antares schwojt bei dem Wind sehr stark, das Heck ist durch
den Seegang kräftig in Bewegung, ich kann mich kaum unter dem Schiff
positionieren. Das Manöver „Anker auf“ gestaltet sich als unerwartet
schwierig und anstrengend. Da wir keine Ankerwinsch haben (auf meinen eigenen
Wunsch, was ich mittlerweile sehr bereue), muss alles mit Armkraft gemacht
werden. Aber ich kann den Anker nicht mehr hochholen, durch den Seegang
hat sich der Anker tief eingegraben, der Bug hebt und senkt sich
etwa einen Meter, und es besteht die Gefahr, dass meine Hände in die
Ankerrolle geraten. Also wird eine Leine in die Kette geschäkelt,
auf die Genuawinsch gelegt und gekurbelt, jetzt kommt der Anker endlich
hoch. Gegen 18:30 Uhr ist der Anker wieder in seiner Halterung, und wir
können den Hafen anlaufen, leider genau gegen die tiefstehende Sonne.
Laut Handbuch sollen zwei Tonnenpaare durch flaches Wasser in den Hafen
weisen, wir finden jedoch nur ein Tonnenpaar. Das macht uns auch nicht
gerade ruhiger. Später erfahren wir, dass es auch nur ein Tonnenpaar
gibt. Mit den Seezeichen nimmt man es in Tunesien nicht so genau, wie wir
bei unserem herbstlichen Törn noch erfahren werden.
Dann endlich im Hafen. Nun geht alles ganz prima, eine Barkasse der
Marina nimmt uns in Empfang und geleitet uns an den Liegeplatz, beim
Festmachen wird geholfen. Nach der üblichen Einklarierungsprozedur
gut zu Abend gegessen inklusive Bauchtanz Vorführung. Allerdings bin
ich doch von der Tauchaktion ziemlich erschöpft und kann dem Abend
keine richtige Freude abgewinnen.
Port El Kantaoui ist an einem ursprünglich absolut leeren
Küstenstrich mit internationaler finanzieller Beteiligung (unter anderem
Saudi Arabien und Emirate) gegen Ende der siebziger Jahre angelegt worden.
Das Herz von El Kantaoui ist der exklusive, nach modernsten technischen
Gesichtspunkten ausgerüstete Yachthafen mit 200 Liegeplätzen.
Direkt um den Hafen herum gruppiert sich das malerische Dorf El Kantaoui.
Restaurants, Cafés, Bars, Souveniergeschäfte und feine Boutiquen
säumen das Hafenbecken. Der Baustil erinnert stark an Sidi Bou Said.
Alles in arabisch-maurischem Stil, keine Hochhäuser, alles mit Rundbögen,
Erkern, Torbögen, Natursteinpflaster usw. Innerhalb der Hafenanlage
gibt es Post, Bank Friseur, Ärzte, Apotheke, Waschsalon, Schwimmbad
und Fitnessclub. Der gesamte Komplex ist durch gepflegte Gartenanlagen
mit buntem Blumenschmuck gefällig aufgelockert. El Kantaoui wird auch
„Blumenhafen“ genannt. Diese Anlage braucht keinen Vergleich mit Nobelhäfen
der französischen Cote d’Azur zu scheuen. Wir sind echt begeistert.
Da wir hier auch den Winter verbringen wollen, schließen wir einen
Jahresvertrag ab. Für unsere Verhältnisse spottbillig, gerade
mal DM 1.300 werden fällig. Am 10.7.99 fliegen wir vom Flughafen Monastir
mit Tunisair zurück nach Hannover. Antares bleibt in Port El Kantaoui
im Wasser am Schwimmsteg zurück. In der nächsten Ausgabe will
ich noch etwas über den Herbsttörn nach Malta berichten und wie
es uns im Winter in Tunesien erging.
Das Internet bringt die ganze Welt ins Haus. Doch auch aus der Region und für die Region Steinhuder Meer lassen sich in der unüberschaubaren Masse von Informationen hilfreiche, interessante oder einfach schöne Seiten finden. Wir stellen Ihnen in dieser und den folgenden Ausgaben einige dieser Seiten vor - auf dass auch Segler Spass am Surfen finden!
Ganz unbescheiden fangen wir mit unseren eigenen Seiten im Netz an.
Nachdem wir bereits vor einem Jahr versuchsweise ein Angebot veröffentlicht
hatten, sind wir nun seit Mitte September unter einer einprägsameren
Adresse, nämlich www.scstm.de zu erreichen.
Was sollen die Seiten bringen? Nun, zunächst natürlich Darstellung
nach außen. Dazu gibt es Texte zu unseren Aktivitäten und der
Geschichte des Vereins mit einigen Bildern. Für die interne Kommunikation
gibt es Nachrichten und das Forum, in dem sich alle Besucher eintragen
können. Auch im SCStM-Chatraum gab es schon Treffen, die mittwochs
um 20 Uhr regelmäßig als "Stammtisch" stattfinden sollen. Auf
der Link-Seite sind Verweise zu nützlichen Seiten zum Steinhuder Meer
und zum Segeln allgemein zu finden, einschlich Webcams und Wetterdienste.
Auf lange Sicht, wenn die große Mehrheit der Mitglieder im Netz
sein wird, wäre es vorstellbar, den SCStM-Verklicker ganz ins Internet
zu verlegen. Der Produktionsaufwand ist deutlich geringer, und die Neuigkeiten
und Berichte würden viel schneller und ohne teuren Versand in die
Hand der Mitglieder gelangen. Da nach unserer Kenntnis zur Zeit aber nur
etwa ein Viertel der Mitglieder das Netz nutzt, werden wir zunächst
beide Medien parallel betreuen.
Regattasegler werden unter www.wvstm.de fündig. Dort bietet
die Wettfahrtvereinigung Steinhuder Meer den Kalender aller von ihr ausgerichteten
Wettsegelveranstaltungen der laufenden Saison. Unter den einzelnen Regatten
ist die Ausschreibung mit den Segelbestimmungen abrufbar, nach Abschluss
der Wettfahrtserien sind die Ergenislisten dort zu finden.
Außerdem sind auf der Eingangsseite die Mitgliedsvereine der
Wettfahrtvereinigung aufgeführt, soweit sie eigene Seiten haben auch
mit Verbindung dahin. (Leider sind unsere Seiten dort noch nicht erfasst.)
Die Vereins-Homepages bieten meist - ähnlich wie unsere - allgemeine
und interne Informationen und häufig auch viele Bilder. Gelungene
Seiten sind www.hyc.de und www.svgrossenheidorn.de, eher im Aufbau sind
wohl noch www.slsv.de und www.ycvh.de.
Ein schöner Weg, sich entfernte Gegenden auf den Schirm zu holen,
sind Kameras, die ihre Bilder direkt ins Netz einspeisen. Zwei solcher
Webcams am Meer, eine in Mardorf, eine auf den Steinhuder Strandterrassen,
liefern ihre Bilder auf die Seiten von www.steinhude-am-meer.de. So ist
auch am heimischen Schreibtisch zu sehen, ob es sich lohnt, zum Segeln
an den See zu fahren. Unter der Adresse sind aber auch zu vielen anderen
Themen rund um Steinhude aktuelle Informationen und Links zu finden. In
dieser Hinsicht noch deutlich umfangreicher, aber gelegentlich unübersichtlich
ist die ähnlich lautende Adresse www.steinhuder-meer.de.
sok
Norbert Görth: „Ich bin 48 Jahre alt, verheiratet, habe drei Kinder
(Töchter 22 und 13, Sohn 16 Jahre alt) und wohne im Garbsener Ortsteil
Frielingen. Seit 20 Jahren bin ich bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion
Mitte in Hannover beschäftigt, habe dort intern mehrfach den Arbeitsbereich
gewechselt und bin so zwar mit einigen Aspekten von Binnen- und Seeschifffahrt
etwas vertraut geworden, überwiegend jedoch denen der beruflichen
Schifffahrt. Auf´s Wasser hat mich mein Beruf jedenfalls nicht geführt
und in der letzten Zeit sitze ich eh viel zu viel vor dem Computer und
bastele an Bildschirmformularen oder anderen drögen Dingen. Dass viele
Kolleginnen und Kollegen schon seit 1983 in einer Betriebsportgruppe Segeln
„Scheine machten“ und segelten, bekam ich gar nicht mit. Auch durch häufigen
Kontakt zum BSH in Hamburg und Rostock sprang noch kein Funke über.
Dafür hat es meine Familie und mich privat immer nur an die Küste
gezogen, im Sommer nach Pellworm und im Frühjahr oder Herbst nach
Norderney, jedenfalls so oft es ging zu Deichen, Wind, Möwen, Muscheln
und Schiffen. So blieb es denn nicht aus, dass Sohn Laurenz jeden Seevogel
und jede gefundene Muschel mit Vor- und Zunamen ansprechen konnte oder
alles verknotete und spleißte, was ihm in die Hände fiel und
er irgendwann den ersten Schritt auf ein Boot machte. Durch ihn und schließlich
Henning Langrehr, mit dem wir Laurenz´ Segeljolle aufarbeiteten,
wuchs auch bei mir der Mut und ich wagte mich auf das Wasser. Ich segelte
auf den Piraten der Betriebssportgruppe mit, absolvierte bald darauf zusammen
mit Laurenz einen Segelkurs und kaufte mir Ende 1998 selber einen alten
Holzpiraten, die BELIZE. Es änderte sich auch der Lesegeschmack und
ich las nun gerne die spannenden Berichte über Weltumsegelungen, während
ich früher als kommunaler Mandatsträger in der Stadt Garbsen
mit Vorliebe die Ratsvorlagen und Anträge studiert habe. Um mehr Zeit
für die Familie zu haben, bin ich allerdings schon seit 1997 nicht
mehr aktiv in der Kommunalpolitik. Außer der Familie kann ich noch
die Gartenarbeit und das Radeln als meine Hobbies bezeichnen.
Mir werden sicherlich keine richtigen Seebeine mehr wachsen - dafür
hätte ich schon in jüngeren Jahren mit dem Segelsport beginnen
müssen. Aber mit meinem „schwimmenden Wohnzimmerschrank“ ruhig über
das Steinhuder Meer zu segeln macht mir jetzt große Freude. In der
Clubgemeinschaft Gleichgesinnte anzutreffen, hat mich bewogen, nach meinem
Sohn ebenfalls dem SCStM beizutreten.“
André Lücke: „Ich bin am 21.11.1979 in Hannover geboren
und wohne mit meinen Eltern in Rodenberg. In diesem Jahr habe ich mein
Abitur am Gymnasium Bad Nenndorf gemacht. Zum Segeln kam ich durch meine
Eltern, sie hatten sich 1995 eine Neptun 20 gekauft. Irgendwann bin ich
dann einfach mal zum Segeln mitgekommen und war so sehr begeistert, dass
ich auch noch einen Freund überzeugen konnte, mit mir den A-Schein
zu machen. Auf dem Zugvogel von Marius Müller war die Prüfung
sehr gelungen, und es fehlte nur noch die geeignete Jolle.
1997 fand ich das Angebot eines Korsars in der Zeitung meinem Budget
angemessen. Was ich leider nicht sah, waren die reparaturbedürftigen
Stellen des Sperrholzes unter der Farbe. Damit ich nun auch in der Saison
1998 irgendwie segeln konnte, erwarb ich preiswert den Trainer, mit dem
ich dann auch in den SCStM kam. Mein Vater machte mich dann auf einen Vollholz-Piraten
aufmerksam, der bei Büsselberg zum Verkauf aushing. Mit dem Pirat,
Segelnummer 487, habe ich diese Saison gesegelt und werde sein 50-jähriges
Jubiläum im SCStM feiern.“
Andreas Meyer-Buchtien: "Es war so ein "endlich frei, endlich Wochenende,
aber was machen wir nun"-Tag. Zum Fahrradfahren zu kühl, Spazieren
gehen? - "Oh, nein, nicht schon wieder, wie aufregend!" Meine Frau Susanne
und ich entschieden uns schließlich für eine Erkundungsfahrt
durch Mardorf (mit dem Auto!). Außer schönen Cafés und
potentiellen "Spazierwegen" entdeckten wir einen Flohmarkt. Einen Boots-
und Campingflohmarkt! Sehr interessant, so etwas hatten wir noch nicht
gesehen. Also schlenderten wir nach kurzer Zeit zwischen Gebrauchtbooten,
Campingzubehör und sonstigen Verkaufsständen herum (kein Spaziergang!)
Für mich stellt sich heute noch die Frage: Fing meine "Segelkarriere"
schon an, als ich Susanne kennen lernte, oder als sie mich auf diesem Flohmarkt
am Stand einer Segelschule dazu anhielt, meinen Segelschein zu machen?
Jedenfalls von da an wartete ich im Sommer '98 fast jedes Wochenende
am Steg der Segelschule in Mardorf auf Wind. Manchmal wiederum gab es dann
so starken ablandigen Wind, verursacht vom Gebrüll des Segellehrers,
dass man gar nicht wieder an Land kommen mochte. Nur durch geduldiges Kreuzen
gegen den "Sturm" erreichte ich Ende des Sommers mein Ziel. Ich bekam meinen
Segelschein.
Skipper ohne Schiff = Curry ohne Wurst = Brötchen ohne Negerkuss
= Sonnenuntergang ohne Sonne ...
Ein unerträglicher Zustand! Dieser Zustand sollte im Frühjahr
'99 durch den Kauf eines geeigneten Bootes abgeändert werden. (Geeignet
= guter Zustand, günstig, robust, mit Zubehör, schick, wendig,
den Ansprüchen eines "erfahrenen" Seglers und seiner Frau gerecht
werdend). Nach mehreren Wochen des Suchens (Pinnwände, Höfe,
Zeitungen und Händler abgegrast), fanden wir tatsächlich unser
Schiffchen. Wir wussten sofort, das gehört zu uns, als wir es das
erste Mal sahen, eine Herzjolle mit Namen "Diabolo".
Nun hatten wir ein kleines Boot, das verzeiht, jetzt brauchten wir
nur noch einen Steg, der nicht stöhnt. Diesen Steg fanden wir schließlich
im Segel-Club Steinhuder Meer. Wie sich bei meinem Vorstellungsgespräch
herausstellte, kannte der 1. Vorsitzende des Clubs die Zähne meiner
Frau bereits aus ihrer Kindheit sehr genau. Somit war es für mich
klar: "Hier befinden wir uns in guten Händen!" Nun sind wir schon
die zweite Saison dabei und ich hoffe, es werden noch viele in diesem Club
folgen.
Leider haben wir durch unsere beruflichen Aufgaben viel zu wenig Zeit
zum Segeln und um unsere Clubkameraden besser kennenzulernen, aber vielleicht
bietet die Saison 2001 uns allen dazu neue Gelegenheiten.
Die besten Segelgrüße von Andreas Meyer-Buchtien"
Schließlich ist auch Manfred Pohl aus Steinhude neu im Verein. Der 53-jährige Bootsverleiher segelt eine Seezunge, die in dieser Saison nicht am Steg lag.
termine*termine*termine*termine*termine*termine
4./5. November 2000 Stegabbau
19. November 2000 Grünkohlessen
3. Dezember 2000 Nikolausfeier
20.-28. Januar 2001 boot Düsseldorf